20 | 05 | 2012

Feinstaub: "Das Klima" ist schuld!" ?

Nicht das Klima, der Verkehr ist schuld !

Bei der Sitzung des Bau- und Umweltschutzausschusses wurde die zunehmende Belastung mit Luftschadstoffen (Feinstaub und NO2) bedauert, aber die Verwaltung machte keinen Vorschlag wie sie eine Verminderung der Luftschadstoffe erreichen will.

Für den Baubürgermeister ist vor allem das Klima in Heilbronn schuld. Sicher, die Durchlüftung der Stadt ist schon bei normaler Witterung problematisch (hat aber etwas mit der Bauplanung zu tun!).
Eindeutig ist jedoch, die gemessenen Schadstoffwerte kommen aus den dort fahrenden Kraftfahrzeugen.

Mess-Station Weinsberger StraßeDiese Schadstoffe sind bei den gemessenen Werten gesundheitsschädlich und daher nicht zulässig. Eine Verlängerung der Ausnahmeregelung durch die EU erfordert, dass wirksame Maßnahmen zur Verminderung des Schadstoffausstosses ergriffen werden.

In Heilbronn ist leider das Gegenteil der Fall. Laut Verwaltung wird mit dem Ausbau der Saarlandstr. der Verkehr im unteren Bereich der Saarlandstr. um 60% steigen und als Folge davon wird der Verkehr in der Mannheimerstr. um 40% zunehmen, deshalb soll sie schnell auf 6 Spuren erweitert werden.

Breitere, schnellere Straßen ziehen den Verkehr an!

Wenn in der Mannheimerstr. 40% mehr Verkehr fließt wird auch in der Weinsbergerstr. (dort steht die Messstation !) der Verkehr ähnlich zunehmen.
Damit ist trotz Fahrverbot für Fahrzeuge mit roten und gelben Plaketten mit einem deutlichen weiteren Anstieg der Schadstoffwerte zu rechnen.

Statt das  Straßennetz so massiv auszubauen, muss der öffentliche Nahverkehr mit kürzeren Taktzeiten und niedrigeren Fahrtkosten für die Nutzer verbessert werden,
und der Ausbau des Radnetzes schneller vorangetrieben werden.
Mehr Geld und Personal für die Radwegeplanung auf Kosten des Straßenbaus ist notwendig.

Dass bei dem aufwendigen Umbau der Allee bis jetzt nicht einmal Radwege eingeplant sind, zeigt die falsche Grundeinstellung in der Verwaltung. Die autogerechte Stadt hat die Verkehrsprobleme verschärft und die Lebensbedingungen in der Stadt verschlechtert.

Ein Umdenken ist notwendig. Heilbronn braucht eine Wende in der Verkehrsplanung.

Stadtrat Hasso Ehinger

 


Die Heilbronner Stimme schreibt am 29.06.2010 zur bewußten Sitzung des Bau- und Umweltschutzausschusses

"Den Autofahrern droht Verdruss"

Von Joachim Friedl

Heilbronn - Sehenden Auges steuert die Stadt Heilbronn auf Ärger mit den Autofahrern zu. Dies wurde gestern bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses beim Tagesordnungspunkt "Feinstaub und Stickstoffdioxid" erneut deutlich. Wie berichtet, tritt zum 1. Januar des kommenden Jahres ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit einer roten Plakette in Kraft. Im Stadtkreis Heilbronn sind 1400 Fahrzeuge mit diesem Aufkleber gemeldet. Ein Jahr später, zum 1. Januar 2013, gilt ein ganzjähriges Fahrverbot in der Umweltzone für 4800 Kraftfahrzeuge mit gelber Plakette. "Das wird die Leute wirklich ärgern. Da wird der Zorn groß sein. Und zwar mit Recht", zeigte CDU-Stadträtin Helga Drauz-Oertel Verständnis für den zu erwartenden Unmut.

Verstöße

"Die Messergebnisse 2011 sind aufgrund der Großbaustellen in der Stadt nicht repräsentativ", sagte in der Sitzung Baubürgermeister Wilfried Hajek. Dies habe auch das Regierungspräsidium Stuttgart akzeptiert. Die Gutachter seien zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Luftschadstoff-Situation im Bereich der Weinsberger Straße durch ein Lkw-Durchfahrtsverbot "nicht maßgeblich" verbessern lasse, da der Lkw-Verkehr in diesem Abschnitt nur drei Prozent betrage.

Für und Wider

In diesem Zusammenhang erneuerte Hajek die "skeptische Haltung" der Stadt gegenüber Umweltzonen. "Niemand ist gegen saubere Luft, aber die geforderten Einschnitte sind unverhältnismäßig", sagte er. Grenzwertüberschreitungen seien vorwiegend wetterbedingt. "Das ist zu einfach", bezog Grünen-Stadtrat Alexander Habermeier Gegenposition. Umweltzonen müssten in ein besseres Licht gerückt, konsequent umgesetzt und kontrolliert werden. CDU-Stadtrat Karl-Heinz Kübler befürchtet sogar die weitere Zunahme der Schadstoffe, da mehr Strom aus Kohlekraftwerken erzeugt werde.



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